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Das Foto zeigt Wellensittiche, die streitenPierre Aden / shutterstock.com

Verhaltensauffälligkeiten beim Wellensittich

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Verhaltensauffälligkeiten beim Wellensittich können sich unter anderem einstellen, wenn das Tier an psychischem Stress leidet. Wellensittiche sind sehr intelligent und gleichzeitig sensibel.

Viele Dinge, die wir nicht als störend empfinden, können für den Wellensittich zum echten Problem werden. Daher ist es wichtig, schon kleinste Verhaltensauffälligkeiten zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Welche Verhaltensauffälligkeiten haben Wellensittiche?

Verhaltensauffälligkeiten können sich auf vielfältige Weise zeigen. Die häufigsten bei Wellis bekannten sind jedoch die folgenden:

Federrupfen

Federrupfen ist eine der am häufigsten auftretenden Verhaltensauffälligkeiten beim Wellensittich. Sie kann harmlos sein, wenn der Welli dies nur gelegentlich macht. Es gibt aber auch Exemplare, die sich beinahe nackt rupfen und aufgrund dessen sogar flugunfähig werden.

Achtung!

Es gibt Wellensittiche, die nicht nur sich selbst, sondern beispielsweise auch ihren Partner rupfen.

Fehlprägung

Fehlprägung bedeutet, dass der Wellensittich nicht auf einen Artgenossen, sondern zu stark auf den Menschen oder auf andere Tiere fixiert ist. Das passiert vor allem dann, wenn er alleine lebt, also kein anderer Wellensittich vorhanden ist.

Dies kann sogar soweit gehen, dass der Vogel die Eigenarten des anderen Tieres annimmt und eine sexuelle Fehlorientierung erlebt. All dies führt zu immer mehr Frust.

Schreien als Verhaltensauffälligkeit beim Wellensittich

Das Schreien kann sehr unangenehm werden, denn die Wellis sind dabei sehr laut. Sie schreien beispielsweise um Aufmerksamkeit oder wenn sie einsam sind. Auch Angst kann zum Schreien führen. Vor allem, wenn man den Grund für das Schreien nicht herausfindet, kann dies zum Dauerproblem werden.

Das Foto zeigt einen Wellensittich der schreitmotorolka / shutterstock.com

Zwanghaftes Bewegen

Zwanghaftes Bewegen tritt vor allem bei Wellensittichen auf, die nicht ausgelastet sind, also keine ausreichende Bewegung bekommen. Häufig laufen sie im Käfig aufgeregt hin und her.

Haut beißen

Das Haut Beißen kann für den Welli sehr schmerzhaft werden, denn die dadurch entstehenden Wunden können sich entzünden. Das wiederum ist mit einer echten Gesundheitsgefahr verbunden.

Aggressives Verhalten

Aggressives Verhalten ist nicht immer ein Zeichen dafür, dass mit dem Welli etwas nicht stimmt. Gerade bei Gruppenhaltung ist es ganz normal, dass die Wellis auch mal aggressiv gegeneinander werden, beispielsweise wenn sie sich um ihr Revier streiten.

Nimmt dieses Verhalten jedoch überhand und geht es immer wieder nur von einem Wellensittich aus, kann dies als aggressiv und sogar als Mobbing gewertet werden. In diesem Fall sollten Sie dringend herausfinden, worin der Auslöser liegt.

Achtung!

Oft geht aggressives Verhalten mit einer Fehlprägung einher. Ist der Welli beispielsweise extrem auf seinen Halter fixiert, kann er gegenüber seinen Artgenossen aus Angst aggressiv werden.

Das Foto zeigt einen Wellensittich, der einen Menschen beißtDr.MYM / shutterstock.com

Erhöhter Sexualtrieb

Ein erhöhter Sexualtrieb kann sich beispielsweise dadurch zeigen, dass das Männchen masturbiert. Zu beobachten ist dies oft bei Männchen, deren Henne nichts von ihnen wissen will. Das muss jedoch noch nicht immer so gewesen sein, sondern kann auch dadurch entstehen, dass die Henne keine Lust mehr hat, weil sie zu oft begattet wird.

Wichtig!

Gelegentliches Masturbieren ist bei Wellensittichen vollkommen normal. Es tritt sogar bei den Weibchen auf. Bedenklich wird es nur, wenn Sie es vermehrt feststellen.

Teilnahmslosigkeit

Ist Ihr Wellensittich teilnahmslos, sollten Sie immer zuerst einen Tierarzt aufsuchen, denn in diesem Fall kann eine Erkrankung zugrunde liegen. Wurde dies ausgeschlossen, sollte jedoch auch ein psychologischer Aspekt wie beispielsweise Stress als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Teilnahmslosigkeit tritt oft auf, wenn der Welli einen langjährigen Weggefährten verliert. Durch diese Trauer kann er regelrecht depressiv werden. Wenn Sie den Grund herausgefunden haben, kann es jedoch möglich sein, den Welli aus seiner Teilnahmslosigkeit zu befreien.

Extremer Futtertrieb

Der Fütterungstrieb entsteht bei Wellensittichen normalerweise nur, wenn sie brüten möchten. Schließlich ist es wichtig, dass das Männchen das Weibchen während der Brut mit Futter versorgt. Zu einem vermehrten Futtertrieb kommt es, wenn der Welli allein lebt. Sieht er sich dann noch in einem Spiegel, kann er ein komplexes psychisches Problem entwickeln.

Legezwang

Das Foto zeigt einen Wellensittich mit EiernBeauty Sweety / shutterstock.com

Der Legezwang kann lediglich bei den Weibchen auftreten. Sie legen ständig Eier, und zwar auch dann, wenn eigentlich gar kein Nistplatz zur Verfügung steht. Das wiederum hat körperliche Schwäche zur Folge, denn für die Henne ist das Eierlegen eine körperlich schwierige Aufgabe.

Stellen Sie einen Legezwang fest, sollten Sie sich mit dem Welli umgehend zu einem vogelkundigen Tierarzt begeben. Je nach Ausprägung kann der Tierarzt den Legedarm entfernen oder dem Vogel Hormone verabreichen. Diese Maßnahmen sind wichtig, denn das zwanghafte Legen kann im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen.

Bissiges Verhalten

Bissiges Verhalten des Wellensittichs kann aus verschiedenen Gründen entstehen. In der Regel kommt es dazu, wenn der Wellensittich sich bedroht fühlt, beispielsweise von seinem Halter, oder wenn er unter dauerhaftem Stress steht und sich nicht mehr anders zu helfen weiß.

Wie entstehen Verhaltensauffälligkeiten beim Wellensittich?

Es gibt verschiedene Ursachen, die dafür sorgen können, dass es zu Verhaltensauffälligkeiten beim Wellensittich kommt. Welche Faktoren sich besonders negativ auswirken können, erfahren Sie nachfolgend:

Einzelhaltung

Wellensittiche leben natürlicherweise immer in Gruppen, zumindest aber mit einem Partner. Auch bei der Haustierhaltung sollte hierauf unbedingt geachtet werden. Selbst wenn Sie sich ständig mit Ihrem Wellensittich beschäftigen würde, würde ihm der Kamerad höchstwahrscheinlich fehlen.

Das Foto zeigt einen Wellensittich, der einsam in seinem Käfig sitztPazargic Liviu / shutterstock.com

Keine artgerechte Haltung

Abgesehen davon, dass der Wellensittich einen Artgenossen haben sollte, mit dem er seine Zeit verbringen kann, ist auch eine artgerechte Haltung essenziell wichtig. Hierzu gehört vor allem, dass der Wellensittich einen Käfig, besser sogar eine Voliere bekommt, in der er genug Platz hat. Außerdem sollte er in einem gut abgesicherten Raum der Wohnung täglich frei fliegen dürfen.

Zu einer artgerechten Haltung gehören außerdem die Einhaltung der notwendigen Hygiene sowie eine auf die Bedürfnisse des Wellensittichs abgestimmte Ernährung.

Langeweile begünstigt Verhaltensauffälligkeiten beim Wellensittich

Wellensittiche sind sehr schlau und sie spielen sehr gern. Sie müssen daher jede Menge Beschäftigung haben. Andernfalls langweilen sie sich, was ebenfalls zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann.

Stress

Ständiger Stress kann für den Wellensittich zum echten Problem werden. Doch auch schon kurze Stressimpulse können ihm zusetzen. Das hängt vor allem mit der hohen Sensibilität zusammen, die Wellis an den Tag legen.

Die häufigsten Ursachen für Stress sind Lärm in der Umgebung, Kinder oder andere Haustiere, die dem Welli zu nahe kommen, Neuankömmlinge in der Gruppe oder der Umstand, dass der Partner verstirbt.

Auch Veränderungen der Wohnsituation können für den Welli zum Problem werden.

Das Foto zeigt einen traurigen Wellensittichkmfdm1 / shutterstock.com

Unausgewogene Gruppe

Gerade in größeren Gruppen von Wellensittichen kann es gelegentlich zu Frustrationen kommen, beispielsweise weil die Anzahl der Männchen und Weibchen nicht ausgewogen ist oder weil einzelne Tiere gemobbt werden.

Wichtig!

Es kann im schlimmsten Fall notwendig werden, den Störenfried aus der Gruppe zu nehmen und ihm mit einem passenden Partner zu vergesellschaften oder in eine neue Familie abzugeben.

Wie behandelt man Verhaltensauffälligkeiten beim Wellensittich?

Das Beste ist natürlich, den Wellensittich artgerecht zu behandeln und seine Bedürfnisse zu erfüllen, damit es erst gar nicht zu Verhaltensauffälligkeiten kommt. Ausschließen kann man es dennoch nie, gerade wenn vielleicht der Partner stirbt.

Eine Behandlung ist nur dann möglich, wenn Sie die Ursache ausfindig gemacht haben. Deshalb ist es wichtig, das Tier erst einmal genau zu beobachten und sicherzustellen, dass die Haltung artgerecht ist.

Sorgen Sie dafür, dass der Vogel Ruhe hat, gleichzeitig aber mit einem Partner oder in einer Gruppe lebt. Der Käfig sollte groß genug sein und es sollte tägliche Freiflüge geben. Eine artgerechte Fütterung sowie eine saubere Haltung sind ebenfalls wichtig.

Die Behandlung gestaltet sich recht einfach, wenn der Welli Auffälligkeiten entwickelt hat, weil er sich langweilt, weil er zu wenig Bewegung hat oder weil er sich einsam fühlt. Sorgen Sie für genug Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten, bieten Sie dem Tier die Bewegung die es braucht und schaffen Sie einen Artgenossen an, mit dem sich der Welli versteht.

Es sollte sich jedoch um einen Wellensittich und nicht um ein anderes Haustier handeln, um eine Fehlprägung zu vermeiden.

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