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Das Foto zeigt einen Wellensittich, der neben einer Sprosse, die gekeimt ist, sitztMayu 3 / shutterstock.com

Keimfutter – Wellensittich gesund ernähren

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Damit der Wellensittich lange fit und gesund bleibt, ist es wichtig, ihn artgerecht zu ernähren. Die richtigen Futtermittel versorgen den Vogel mit allen wichtigen Nährstoffen. Besonders empfehlenswert sind Keimfutter und Quellfutter für den Wellensittich.

Was sind Keimfutter und Quellfutter für den Wellensittich?

Die Begriffe „Keimfutter“ und „Quellfutter“ werden häufig synonym verwendet, sind es aber eigentlich nicht.

Quellfutter ist Futter, welches gequellt wird. Hierdurch verändern sich die Enzyme und gleichzeitig steigt der Wasseranteil. Der Vorteil von Quellfutter ist die leichte Verdaulichkeit.

Das Foto zeugt gekeimte Mungobohnen

Im Unterschied zum Quellfutter bietet das Keimfutter für den Wellensittich den zusätzlichen Vorteil, dass der Vitamingehalt steigt. Dies hängt mit dem sinkenden Stärkegehalt zusammen, der aus dem Keimvorgang resultiert.

Gleichzeitig verfügt auch dieses Futter über hochwertige Enzyme sowie einen hohen Wassergehalt und es ist leicht verdaulich. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch das Keimen auch der Eiweißgehalt erheblich ansteigt.

Unser Tipp!

Durch das Keimen reduziert sich auch der Kaloriengehalt des Futters, sodass es ideal für Wellensittiche geeignet ist, die an Übergewicht leiden.

Warum ist das Keimfutter für den Wellensittich wichtig?

Das Keimfutter wird aus Saaten gezogen, indem es gekeimt wird. Es bietet zahlreiche wichtige Nährstoffe, die als Nahrungsergänzung dienen sollen. Deshalb ist es wichtig, dem Wellensittich nicht ausschließlich mit Keimfutter zu versorgen, sondern dieses in Kombination mit dem Grundfutter anzubieten.

Das Keimfutter ist besonders reich an B-Vitaminen und Vitamin E, welche gerade in der Wintersaison, in der kein frisches Wiesenfutter zur Verfügung steht, oft nur unzureichend aufgenommen werden.

Unser Tipp!

Beginnen Sie mit dem Keimen, sobald die Frischfutter-Saison endet. So stellen Sie die optimale Nährstoffversorgung Ihres Wellensittichs sicher.

Wie oft darf ich meinem Wellensittich Keimfutter anbieten?

Sowohl Quellfutter als auch Keimfutter sollte nicht täglich im Futternapf landen. Es reicht aus, dieses ein- bis zweimal pro Woche zu füttern. Leidet der Wellensittich unter Darmproblemen, kann das Quellfutter auch öfter – beispielsweise alle zwei Tage – angeboten werden.

Pro Gabe können Sie einen halben bis einen Teelöffel Keim- bzw. Quellfutter pro Tier anbieten. Dieses kann mit frischen oder mit getrockneten Kräutern kombiniert werden, sodass sich das Geschmackserlebnis für den Wellensittich nochmals steigert.

Das Foto zeigt gekeimten Weizen

Achtung!

Das Keimfutter kann die Lust auf das Brüten steigern. Wenn Sie dies nicht wünschen, sollten Sie die Menge des Keimfutters reduzieren.

Außerdem ist Keimfutter aufgrund des hohen Eiweißgehaltes nicht für Wellensittiche zu empfehlen, die an Gicht leiden.

Saaten für das Wellensittich Keimfutter

Vorab sei erwähnt, dass sich handelsübliches Wellensittichfutter nur in seltenen Fällen zum Keimen oder Quellen eignet. Dies hängt damit zusammen, dass es zahlreiche Saaten enthält, die sich schlichtweg nicht Keimen lassen.

Wenn Sie Keimfutter herstellen möchten, stellen Sie die Saaten daher am besten selbst zusammen. Sie können allerdings auch ein spezielles Keimfutter kaufen.

Diese Saaten eignen sich zum Keimen und Quellen:

  • Weizen
  • Buchweizen
  • Hirse (verschiedene Sorten)
  • Hafer
  • Sesam

Wichtig!

Zu beachten sind die unterschiedlichen Einweichzeiten der Saaten, welche nicht überschritten werden sollten. Andernfalls kann es zu einem Gärprozess kommen, der dafür sorgt, dass die Saaten nicht gut keimen, dafür aber möglicherweise schimmeln.

Das Foto zeigt den Ablauf, wie man Quinoa zum Keimen bringt
Quinoa eignet sich zum Keimen
Das Foto zeigt gekeimten Quinoa
gekeimter Quinoa eignet sich optimal für Wellensittiche

Folgende Einweichzeiten sollten beachtet werden:

Saaten und Einweichzeiten

  • Dinkel: 8 Stunden
  • Hafer: 8 Stunden
  • Hirse (verschiedene Sorten): 12 Stunden
  • Mungobohne: 12 Stunden
  • Sorghum: 12 Stunden
  • Weizen: 12 Stunden
  • Sesam: 2 – 4 Stunden
  • Quinoa: 2 – 4 Stunden

Diese Saaten eignen sich NICHT zum Quellen und Keimen

Grundsätzlich sollten Sie zum Keimen und Quellen keine Ölsaaten verwenden. Diese sind an der Außenseite mit einem leichten Ölfilm versehen, welcher verhindert, dass übermäßig viel Wasser eindringen kann. Das Quellergebnis ist daher sehr schlecht.

Die Saaten von Gräsern und die sogenannte Spitzsaat eignen sich ebenfalls nicht, da hier eine verzögerte Keimung einsetzt.

Unser Tipp!

Ungeschälter Hafer und der sogenannte Nackthafer eignen sich hervorragend zum Keimen. Nicht geeignet ist jedoch geschälter Hafer.

Diese Saaten eignen sich nicht zum Keimen und Quellen:

  • Chia
  • Leinsamen
  • Wegerich
  • Leindotter
  • geschälter Hafer
  • ölige Samen
  • Grassamen
  • Spitzsaat

Quellfutter und Keimfutter für Wellensittiche herstellen

Das Foto zeigt zwei Wellensittiche mit Kolbenhirse

Die Herstellung von Quellfutter und Keimfutter ist kein Hexenwerk und sie nimmt auch nicht viel Zeit in Anspruch. Zu beachten sind jedoch die besonderen hygienischen Bedingungen, auf die wir etwas später detailliert eingehen.

Herstellung von Quellfutter für den Wellensittich

Um Quellfutter herzustellen benötigen Sie geeignete Samen und Saaten, sauberes Wasser, ein Keimglas (alternativ ein Sieb) sowie einen sauberen Behälter. Zudem sollten Sie täglich etwa eine Viertelstunde Zeit einplanen.

Pro Wellensittich und Fütterungsration können Sie ca. einen halben bis einen Teelöffel Saaten einplanen. Das bedeutet, dass Sie diese Menge entsprechend zum Quellen benötigen.

Beim QUELLEN gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Spülen Sie die Saat gründlich unter frischem Wasser ab und füllen Sie sie danach in den Behälter.
  2. Bedecken Sie die Saat mit lauwarmem Wasser.
  3. Nach sechs bis acht Stunden kippen Sie das Wasser aus und spülen die Saat erneut gründlich durch.
  4. Tupfen Sie die Saat anschließend mit einem Küchentuch trocken.
  5. Sie können das Futter nun direkt verfüttern. Allerdings kann es in einem sauberen und verschlossenen Gefäß auch im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wichtig ist, dass das Quellfutter rechtzeitig vor der Fütterung wieder aus dem Kühlschrank genommen und auf Zimmertemperatur gebracht wird.

Beim KEIMEN gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Spülen Sie die gewünschte Menge Körner gründlich mit frischem Wasser ab.
  2. Geben Sie die Saat danach in das Gefäß und füllen dieses mit lauwarmem Wasser auf.
  3. Nach ca. sechs bis acht Stunden gießen Sie das Wasser ab und spülen die Saat erneut gründlich durch.
  4. Anschließend werden die Körner in ein Keimglas oder in ein Sieb gegeben, sodass die Keimung beginnen kann.
  5. Dreimal täglich spülen Sie die Körner nun gründlich mit frischem Wasser ab. Nach spätestens zwei Tagen können die Körner verfüttert werden.
Das Foto zeigt Quinoa

Einwandfreie Hygiene bei der Herstellung des Keimfutters

Bei der Herstellung des Keimfutters bzw. des Quellfutters für den Wellensittich sollten Sie auf eine einwandfreie Hygiene achten. Andernfalls können sich Krankheitserreger wie Schimmel in das Futter einnisten und zu gesundheitlichen Problemen des Wellis führen.

Achten Sie daher beim Keimen auf die folgenden Hygieneregeln:

  • Verwenden Sie ausschließlich hochwertiges, sauberes und frisches Saatgut
  • Spülen Sie die Keimlinge während des Quellens oder Keimens mehrfach gründlich ab
  • Stellt sich ein saurer oder stechender Geruch ein, ist das Futter verdorben und darf nicht mehr verfüttert werden! Dies gilt ebenfalls, wenn Sie einen fauligen Geruch oder sogar Schimmel feststellen.

Wichtig!

Stellen Sie Schimmel oder andere Verunreinigungen fest, entsorgen Sie die gesamte Futterportion und nicht nur den verunreinigten Teil. Dies ist wichtig, da sich die Verunreinigungen in der Regel auch unsichtbar ausbreiten.

  • Nach der Fütterung sollten Sie das Keimfutter und das Quellfutter für maximal zwei bis drei Stunden im Käfig lassen und danach sofort wieder entfernen. Andernfalls können sich auch dann noch Krankheitserreger in das Futter einnisten.

Wichtig!

Im Sommer sollten Sie das Futter für maximal zwei Stunden im Käfig lassen. Aufgrund der hohen Temperaturen kann es noch schneller verderben.

  • Nachdem Sie die Näpfe wieder aus dem Käfig genommen und das restliche Futter entsorgt haben (es darf nicht erneut angeboten werden!), reinigen Sie die Näpfe gründlich, um alle Rückstände zu entfernen. Sie können hierfür beispielsweise Essigwasser verwenden.

Unser Tipp!

Benutzen Sie grundsätzlich Futternäpfe, die sich leicht reinigen lassen. Hierzu gehören beispielsweise Produkte aus Edelstahl, Keramik oder aus Porzellan.

Keimfutter für Wellensittiche richtig lagern

Das Foto zeigt gekeimte Sprossen in GläsernNew Africa / shutterstock.com

Ein weiterer Punkt, der sich, wenn Sie ihn nicht beachten, negativ auf die Gesundheit des Wellensittich auswirken kann, ist die Lagerung des Keim- und Quellfutters.

Lagern Sie das hergestellte Keimfutter am besten in einer sauberen Dose, die luftdicht verschlossen werden kann. Es empfehlen sich Dosen aus Kunststoff, Glas oder Edelstahl. Auch Schraubgläser können verwendet werden.

Unser Tipp!

Gläser und Dosen aus Glas können vor dem Einfüllen des Keimfutters mit kochendem Wasser desinfiziert werden. Es ist jedoch wichtig, den Behälter vor dem Einfüllen des Futters gründlich abzutrocknen.

Stellen Sie das Keimfutter für die Lagerung in den Kühlschrank. Dort hält es sich maximal drei Tage. Es ist natürlich immer besser, das Futter so schnell wie möglich zu verfüttern und es nicht erst lange zu lagern, denn hierdurch erhöht sich das Erkrankungsrisiko für die Wellensittiche.

Wichtig!

Bevor Sie das Futter anbieten, reinigen Sie es erneut gründlich unter fließendem Wasser!

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